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Ablauf und Proben

Was Sie einsenden, in welcher Reihenfolge geprüft wird und was am Ende im Bericht steht.

Anfrage senden

Antwort innerhalb eines Arbeitstags, und zwar mit Probenmenge, Prüfplan und Terminfenster, nicht mit einer Empfangsbestätigung.

Kurzantwort

Für einen Konservierungsbelastungstest wird eine Probe des fertigen Mittels benötigt, möglichst im vorgesehenen Gebinde und aus einer repräsentativen Charge. Menge und Anzahl der Proben richten sich nach Rezeptur und Prüfumfang und werden im Prüfplan festgehalten, bevor die Probe das Haus verlässt. Auch die vollständige Rezeptur gehört dazu, da sie die Wahl des Neutralisationsmittels bestimmt.

Was gehört in die Sendung?

Je vollständiger die Angaben, desto weniger Rückfragen und desto früher der Prüfbeginn. Gebraucht werden im Regelfall:

  • Die Probe im vorgesehenen Gebinde. Die Entnahmeart gehört zur Prüffrage: eine Tube, ein Spender und ein offener Tiegel führen zu unterschiedlichem Eintrag.
  • Chargenbezeichnung und Herstelldatum, damit der Bericht der Charge eindeutig zugeordnet werden kann.
  • Die vollständige Rezeptur mit Konservierungssystem, inklusive Einsatzkonzentrationen. Sie wird für die Auswahl des Neutralisationsmittels gebraucht.
  • Angabe zur Produktart und Zielgruppe, insbesondere ob das Mittel für Kinder unter drei Jahren oder zur Anwendung in Augennähe oder auf Schleimhäuten bestimmt ist.
  • Frühere Prüfergebnisse, falls vorhanden, auch und besonders nicht bestandene. Sie verkürzen die Ursachensuche erheblich.

Die Unterscheidung nach Zielgruppe folgt VKos, SR 817.023.31, Anhang 5 Teil A Ziff. 3, wo Mittel für Kinder unter drei Jahren sowie für Augennähe und Schleimhäute ausdrücklich besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Wie läuft die Prüfung ab?

Der Ablauf folgt in allen Fällen derselben Reihenfolge. Die Zeitpunkte der Auszählung und die Beurteilungskriterien richten sich nach der gewählten Methode und stehen im Prüfplan.

  1. Eingang und Sichtprüfung. Probe, Gebinde und Begleitangaben werden erfasst und der Anfrage zugeordnet.
  2. Prüfplan. Methode, Prüfkeime, Auszählzeitpunkte und Beurteilungskriterien werden festgelegt und Ihnen bestätigt.
  3. Neutralisationsnachweis. Vor der eigentlichen Prüfung wird belegt, dass das eingesetzte Neutralisationsmittel die Konservierung im Auszählschritt zuverlässig aufhebt. Ohne diesen Nachweis ist jede spätere Keimzahl unbrauchbar.
  4. Beimpfung. Die Probe wird mit den Prüfkeimen beimpft und unter definierten Bedingungen gelagert.
  5. Auszählung über die Zeit. Zu den festgelegten Zeitpunkten wird die überlebende Keimzahl bestimmt.
  6. Beurteilung und Bericht. Die Messwerte werden gegen die Kriterien der Methode gehalten und im Bericht getrennt von der Beurteilung ausgewiesen.

Der Neutralisationsnachweis steht bewusst vor der Beimpfung. Er ist in ISO 11930 als eigener Schritt vorgesehen, und er ist die häufigste Ursache dafür, dass ein Prüfbericht später angezweifelt wird.

ISO 11930:2019, Cosmetics – Microbiology – Evaluation of the antimicrobial protection of a cosmetic product, zweite Ausgabe. Der Nachweis der Wirksamkeit des Neutralisationsmittels ist dort ausdrücklich vorgesehen.

Was steht im Bericht?

Kurzantwort

Ein brauchbarer Prüfbericht trennt drei Dinge sauber voneinander: die angewandte Methode samt allfälligen Abweichungen, die gemessenen Werte je Prüfkeim und Zeitpunkt, und die daraus abgeleitete Beurteilung. Wer nur die Beurteilung erhält und die Messwerte nicht, kann das Ergebnis weder nachvollziehen noch im Sicherheitsbericht verwenden.

Der Bericht ist so aufgebaut, dass er ohne Umarbeitung in die Produktinformationsdatei übernommen werden kann. Er benennt die geprüfte Charge, die Methode mit allfälligen Abweichungen, den Neutralisationsnachweis, die Messwerte und die Beurteilung.

Kosten und Prüfdauer hängen davon ab, welche Prüfung ansteht. Der Belastungstest läuft achtundzwanzig Tage; sein Richtpreis steht auf der Übersichtsseite. Die kürzere Reinheitsprüfung ist eine andere Prüfung mit eigener Dauer und eigenem Preis.

ab CHF 120 Prüfdauer 5 bis 7 Tage

Mikrobiologische Reinheitsprüfung nach ISO 17516, die zweite, kürzere Prüfung.

Richtpreis, verbindliche Offerte nach Sichtung von Rezeptur und Unterlagen.

Häufige Fragen zur Vorbereitung

Können wir eine Probe aus der Entwicklung einsenden?

Ja, und für die Entwicklung ist das oft sinnvoll. Für den Sicherheitsbericht zählt allerdings die Prüfung am fertigen Mittel in der endgültigen Rezeptur. Eine Entwicklungsprüfung ersetzt sie nicht, sie verhindert nur böse Überraschungen am Ende.

Was passiert, wenn die Prüfung nicht bestanden wird?

Sie erhalten die Messwerte je Prüfkeim und Zeitpunkt, nicht nur ein Urteil. Aus dem Verlauf lässt sich meist ablesen, ob das Konservierungssystem grundsätzlich zu schwach ist oder gegen eine bestimmte Keimgruppe nicht greift. Eine Nachprüfung nach Anpassung der Rezeptur wird als eigener Auftrag geführt.

Brauchen wir zusätzlich eine mikrobiologische Reinheitsprüfung?

Die beiden Prüfungen beantworten verschiedene Fragen. Die Reinheitsprüfung beurteilt eine Charge zum Prüfzeitpunkt, der Belastungstest die Rezeptur über die Gebrauchsdauer. Anhang 5 Teil A Ziffer 3 der VKos nennt beides nebeneinander: mikrobiologische Spezifikationen und die Ergebnisse des Konservierungsmittelbelastungstests.

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Nennen Sie Produktart, Gebinde und ob eine frühere Prüfung nicht bestanden wurde. Sie erhalten einen Prüfplan mit Probenmenge und Terminfenster.

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Auftragsannahme, Prüfplan und Probenübergabe laufen über diese Seite. Die Prüfung führt ein Schweizer Labor durch. Den Bericht erhalten Sie von uns.

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